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Unsere Fohlen lernen schon früh alltägliche Situationen. Sie werden mit ihren Müttern geputzt, Hufe ausgekratzt und ans Halfter gewöhnt. Bei Ausflügen wie Ausreiten oder Ausfahren nehmen wir sie jedes Mal mit, damit sie den Verkehr und verschiedene, ungewohnte Geräusche kennenlernen. Früher konnten wir sie an einem freiem Gymkhana oder Holzrücken mitlaufen lassen. Dem Publikum gefiel es sehr. Leider ist eine Verantwortliche des Sportverbandes (sie zieht selber Fohlen auf und ihre oberste Priorität ist die gute Beziehung zwischen Fohlen und Mensch) auf die Barrikade gegangen und einige (meist männlichen) Konkurrenten haben sich beschwert. So wurde dies mittlerweile verboten. Eigentlich schade. Für die "Kinder" sind solche Situationen ein aussergewöhnlicher Lernprozess. Sie gewöhnen sich nicht nur im Anhänger mitzufahren, sondern auch ganz ungewöhnliche Dinge. Einen Nebeneffekt hat diese Aktion auch: Publikumsmagnet und eine Superwerbung für den Freiberger. Auf diese unkonventionelle Methode können Fohlen an Käufer vermittelt werden. Früher sind die Fohlen bei der täglichen Feldarbeit mitgelaufen und haben alles der Mutter abgeschaut. Heute ist dies eine Seltenheit. Denn auch eine gute Erziehung ist für der Verkauf einen Pluspunkt.



1.Tag/ unmittelbar nach der Geburt: Berührung am ganzen Körper. Vom Kopf bis Fuss. Von den Ohren bis zur Schwanzspitze. Falls wir die Geburt miterleben, was sehr selten der Fall ist, helfen wir dem Neugeborenen die Haut aus dem Gesicht zu entfernen. Abreiben mit Stroh bis die Mutter sich von der Geburt erholt und selber aufsteht ( Nabelschnurr reisst sich von selber) Am späten Nachmittag erkundet das Neugeborene mit der Mutter die Aussenwelt für ca zwei Stunden. Es kommt auf dem kleinen Platz und lernt so das Elektroband kennen.
Spätestens am 3.Tag lernt es das Halfter kennen und einen kleine Spaziergang durchs Dorf. Es wird noch nicht geführt! Hufe wird schon aufgehoben und die Putzbürste lernt es auch kennen.
7. Tag: Es lernt geführt zu werden oder bei der Mutter am Bauchgürtel (alter Longiergürtel) angebunden sein spätestens
10. Tag: Miniausflug (maximal 1/2 Std) mit der Mutter (geritten) ohne am Sattel angebunden zu sein. 12. Tag: kleiner Ausflug angebunden am Sattel, nachdem diese Übung mit dem Bauchgürtel gemacht wurde. Aber es ist nur auf den Strassen angebunden. Auf Feld-und Waldwege ist es frei.
Etwa 3. Woche: kurze Trennung Mutter und Fohlen (Training, wenn die Stute beim Hengst ist und zugelassen wird. Da sind die Fohlen im Wege und es läuft die Gefahr, dass sie verletzt werden)
ca. 4. Woche: Wenn die Stute rossig ist und zum Hengst gefahren wird. 1. Ausflug im Anhänger.
Etwa nach 6 Wochen: 1 Stunde Boxenaufenthalt,allein. Stute wird geritten. ca.
nach 2 Monate. längere Ausflüge ( max. 2 Stunden mit Pausen) ca. mit 4 Monaten: Ausflug am Wagen ins nähere Städtchen mit Bahnhof und viel Trubel
ca. mit 5 Monate: Geführt an der Hand ohne Mutter. Frühestens nach 6 Monate: Trennung, Absetzen.

Uns ist es wichtig, dass die Fohlen sehr früh an verschiedenen Reizen ausgesetzt werden. Je früher sie es lernen, desto einfacher sind sie dann bei der Ausbildung handzuhaben. Ein Sprichwort lautet: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.


Viele Züchter nehmen die Punktierung sehr wichtig und ernst. Schliesslich geht es um sehr viel, vorallem um Prestige. Doch es ist eine Momentaufnahme. Die Noten sagen nur wie der Nachkomme etwa sein könnte und es sollte nur eine beratende Funktion sein. Ein junges Tier kann durch das Wachstum viel verändern. Schon oft ist es vorgekommen, dass "schlechtpunktierte" Fohlen als Dreijährige sehr gute Noten erzielten und umgekehrt, dass sehr gut punktierte Fohlen den Effekt hatten, dass sie als Dreijährige schlechter abschnitten. Auch dann ist es nur eine Momentaufnahme. Es kann ein guter oder schlechter Tag sein, je nach dem wie sich das Tier präsentiert. Ein weiterer Faktor spielt der Mensch. Da wo kein Messband oder keine Stoppuhr ist, da "menschelet" es. Der Richter ist auch nur ein Mensch. Nach dem Schweizerischen Freibergerzuchtverband werden folgende Noten gegeben:
9 = sehr gut = Zuchtziel 8 = gut 7 = ziemlich gut 6 = befriedigend 5 = genügend 4 = unbefriedigend 3 = ungenügend 2 = schlecht 1 = sehr schlecht

Sie setzen sich aus drei Teilnoten, die dann zusammengezählt werden:
Note Nr. 1: Typ (Entspricht es dem Freibergerbild?) Note Nr. 2: Exterieur (Stimmt der Körperbau? Vom Kopf bis zur Zehe) Note Nr. 3: Gänge ( Wie elastisch und schwungvoll sind die Gänge?)

Achtung! Korrektheit der Gänge (fuchteln oder bügeln) werden unter Exterieur beurteilt. Nicht wie irrtümlicherweise, das Publikum glaubt, unter Gänge!


Zusammengefasst sind folgende Noten für die Zucht relevant:
Noten 1 - 3 Gefährdung der Zucht Noten 4 - 6 Erhaltung der Zucht Noten 7 - 9 Fortschritt der Zucht

Pferde die mit drei Jahren im Typ eine Note 2 bekommen sind entweder zu gross (über 160cm) oder zu klein (unter 150cm).


TIP: Wenn ein Züchter eines seiner Fohlen im Exterieur eine Note 5 oder 4 hat, soll er sich beim Richter informieren, wo dieses "Manko" ist. Meistens liegt es an den Gliedmassen oder der Korrektheit der Gänge.Es wäre von Vorteil, wenn der Richter dies zur besseren Information dem Publikum mitteilen würde , damit es keine fragenden Gesichter gibt.


Die meisten Originalen (ohne Fremdblut nach SFZV) sind nicht so gut bewertet wie ihre Artgenossen mit Fremdblut. Ihre Noten liegen durchschnittlich zwischen 4 bis 6. Aber für ihren Schlag ist das sehr gut. Es liegt darin, dass sie eher einen anderen Typ, Körperbau und andere Gangqualitäten haben. Sie haben die Tendenz des Kaltblutschlages. Doch wer solche Pferde züchtet, darf sich von nichts beirren lassen. Auch die braucht es! Jeder muss selber wissen, wieviel wert ihm sein Pferd ist. Fohlen können aus sich hinauswachsen und am Ende zählen die Charaktereigenschaften. Ich hoffe, dass zukünftig beide Schlagtypen getrennt beurteilt werden, dann haben die Originalen eine bessere Chance. Denn diese Pferde braucht es dringend als Fundament der Freibergerrasse